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FDP Politiker Hans-Peter Posch (IC3 Ltd.) unter Betrugsverdacht – Eil: Posch zurückgetreten !

8 Jun

„Die Mühlen des Gesetzes mahlen langsam aber stetig“ und „abgerechnet wird zum Schluss“

Posch Betrugsverdacht

Diese Einleitung passt für viele unserer gelisteten Kandidaten aus dem Szene-Insider. Nun hat nach einer langen Phase der Geduld und des juristischen Vorgehens von geschädigten Lizenznehmern der IC3 Cashback Abzocke, endlich die Staatsanwaltschaft München offiziell bestätigt, Ermittlungen gegen einen der Hauptakteure eingeleitet zu haben. Die Rede ist von dem FDP Lokalpolitiker Hans Peter Posch aus Dachau. Zu der ganzen Thematik und den kompletten Sumpf des Skandals, haben wir hier ja ein ganzes Unterforum eingerichtet. Dort findet man alles, vom ersten Thread „IC3 Investment Skandal?“ der am 14.02.2011 hier erstellt wurde, bis heute zur Arowana Media GmbH mit lokavo.de

Wir vom Szene-Insider drücken den Geschädigten von IC3 weiterhin die Daumen, damit der Gerechtigkeit endlich genüge getan wird. Wir hoffen, dass die Ermittlungen auch gegen den Rest der IC3 Protagonisten, wie Gietmann, Ullmann, Opitz und den vielen Unternehmensberatern von Harald Gietmann seiner Firma IC3 Unternehmensberatung GmbH & IC Consulting ausgeweitet werden !

Sonderfall – Die Abzocke mit den Lizenzen der IC3 GmbH & Ltd.

Nachfolgend die News von Merkur-online.de

Dachau – Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen den Dachauer FDP-Kreisvorsitzenden Hans-Peter Posch wegen Betrugsverdachts. Seine Landtagskandidatur will er aber nicht aufgeben.

Die „IC3 Limited“ mit ihrem Geschäftsführer Hans-Peter Posch war ein klassisches Start-Up-Unternehmen der Internetbranche: Firmensitz war der szenige Kunstpark-Ost in München. Junge Mitarbeiter widmeten sich einer pfiffigen Geschäftsidee. Zu pfiffig, wie die Staatsanwaltschaft München offenbar glaubt. Sprecher Ken Heidenreich bestätigte gestern auf Anfrage, dass es derzeit „ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere Verantwortliche der IC3“ gibt.

Schon im November 2011 hatte das Landgericht München II in einem Zivilverfahren festgestellt, dass die Firma sich „ungerechtfertigt bereichert“ und einzelne Lizenzpartner „arglistig getäuscht“ hat. Die Partner hätten daher einen Anspruch auf Rückzahlung der von ihnen an die „IC3“ gezahlten Gebühren von im Durchschnitt mehreren Tausend Euro. Das Urteil bestätigte kurz darauf das Oberlandesgericht München, indem es eine Berufung gegen das Urteil ablehnte. Da die „IC3 Limited“ kurze Zeit später Insolvenz anmeldete, blieben die Kläger auf ihren Forderungen sitzen.

Daraufhin folgten die Strafanzeigen gegen Hans-Peter Posch und weitere „IC3“-Verantwortliche wegen Betrugs – die ehemaligen Lizenzpartner hatten den Verdacht, dass das Online-Unternehmen sie arglistig getäuscht und vor der Insolvenz noch Vermögen verschoben habe. Den Vorwürfen sehe er jedoch „komplett gelassen“ entgegen, so Posch gestern. Er rechne damit, dass das Verfahren in „absehbarer Zeit“ eingestellt wird.

Tatsächlich war die von der „IC3 Limited“ betriebene Internetsuchmaschine seriös und bei den Usern sehr beliebt. Das Prinzip von „IC3“: Die Suchmaschine zeigte den Kunden kostenlos an, wo es welche Artikel gerade günstig zu erwerben gab. Ein Teil der Händlerprovision wurde anschließend an die Kunden ausbezahlt. „Cashback“ nennen Fachleute dieses Geschäftsmodell.

Darüber hinaus aber suchte „IC3“ selbständige Vermittler, die Kunden anwerben sollten und davon einen Anteil an der Händlervermittlungsprovision behalten durften. Zudem bot die „IC3“ sogenannte Premium-Lizenzen an, die den Vermittlern einen höheren Anteil an den Provisionen garantieren sollten.

Das Problem: Diese Lizenzen waren teuer. „Einige meiner Mandanten haben sogar Kredite aufgenommen, um Lizenzen kaufen zu können“, sagt Anwalt Dr. Andreas Taudt, der bereits mehrere ehemalige Lizenznehmer erfolgreich gegen die „IC3“ vertreten hat. Poschs Firma habe mit „Fantasie-Zahlen“ gearbeitet, um seine Mandanten zum Kauf der Lizenzen zu verlocken. Das Landgericht hatte vorgerechnet, dass die Lizenznehmer überhaupt keine realistische Chance hatten, die vorhergesagten Gewinne zu erwirtschaften: Um beispielsweise auf einen Verdienst von monatlich 3675 Euro zu kommen, hätten die Vermittler Umsätze von 2,2 Milliarden Euro im Monat generieren müssen.

Hans-Peter Posch sagt dazu, dass es „natürlich verschiedene Prognoserechnungen“ gegeben habe. Die vom Gericht beanstandeten „ins Blaue hinein behaupteten“ Gewinnerwartungen habe allerdings nicht die Firmenleitung zu verantworten, sondern einzelne Vertriebsmitarbeiter, die wohl allzu engagiert versucht hätten, Lizenzpartner zu akquirieren. Und auch die Kläger seien an ihrer Lage nicht ganz schuldlos: „Vielleicht war bei manchen einfach die Gier zu groß.“

Ob er – im Fall einer Anklage – weiterhin als FDP-Landtagskandidat zur Verfügung steht, darüber mag Posch heute noch nicht nachdenken: „Wenn es einen Plan B braucht, wird es auch einen Plan B geben.“ Im Moment freue er sich vor allem auf einen „Offensiv-Wahlkampf“.

In der FDP-Parteizentrale München werde man ihn „wie jeden Kandidaten unterstützen“, so Geschäftsführer Martin Hagen. „Gegen Herrn Posch liegt unseres Wissens juristisch nichts vor.“

Quelle: http://www.merkur-online.de/lokales/dachau/landkreis/hans-peter-posch-unter-betrugsverdacht-2913898.html#idAnchComments

Update:

Hans-Peter Posch gibt auf

Dachau – Hans-Peter Posch ist am Montag von seinem Amt als FDP-Kreisvorsitzender zurückgetreten – völlig überraschend für seine Parteifreunde. Auch seine Kandidatur für den Landtag zog er zurück.

posch fdp dachau

Am Ende wurde der Druck wohl doch zu groß. Um exakt 14.26 Uhr erklärte Hans-Peter Posch per E-Mail, dass er „mit sofortiger Wirkung“ sein Amt als Kreisvorsitzender niederlege. Auch als Landtagskandidat stehe er nicht mehr zur Verfügung. Posch begründete den Schritt damit, dass er Schaden von seiner Partei abwenden und seine Familie schützen wolle.

Die Meldung schlug ein wie ein Blitz. Denn sowohl seine Parteifreunde in Dachau als auch der Landesverband in München gingen bis gestern Nachmittag davon aus, dass der unter Betrugsverdacht stehende Posch an Amt und Kandidatur festhalten will. Landesgeschäftsführer Martin Hagen: „Ich habe am Vormittag noch mit ihm telefoniert. Von Rücktritt war da keine Rede.“

Schatzmeister Alfred Stelzer, der nach den Rücktritten Poschs und dessen Stellvertreters Jürgen Seidl (wir berichteten) derzeit das höchste Amt im Kreisvorstand innehat, betonte: „Hans-Peter Posch wird eine große Lücke hinterlassen.“ Gleichwohl sei die Entscheidung überfällig gewesen. Petra Böhm vom Dachauer FDP-Ortsverband war „absolut glücklich“ über Poschs Entscheidung. Sie findet, der Rücktritt „kann einen Neuanfang für den ganzen Kreisverband bedeuten“.

Wie genau dieser personelle Neustart aussehen wird, soll nun eine außerordentliche Mitgliederversammlung klären, die Stelzer in den nächsten Tagen einberufen will. Fest steht: Der Ex-Vizevorsitzende Jürgen Seidl würde wieder zur Verfügung stehen. Auf Nachfrage erklärte er gestern, dass er sich angesichts „dieser neuen Ausgangssituation eine Mitarbeit im Kreisvorstand gut vorstellen könnte“.

Grundsätzlich, so Stelzer, „wäre es schön, wenn wir am 10. Juni zum Besuch von Wirtschaftsminister Martin Zeil, wieder ein komplettes Team präsentieren könnten“.

Unter Umständen jedoch kehrt der alte Vorsitzende schneller zurück als manchen lieb ist. In seiner Rücktrittserklärung kündigte Hans-Peter Posch bereits an, nach Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen ihn „wieder dem Kreisverband zur Verfügung stehen“ zu wollen. Bis dahin will er sich ganz der Wiederherstellung seines guten Rufs widmen. Gegen die Internetsuchmaschine Google, die nach Eingabe seines Namens auf kritische Artikel zu seiner Person verweist, sowie gegen die Urheber dieser Texte habe er Anzeige erstattet. Posch: „Der Kaffee ist noch nicht getrunken. Google wird sich sehr schwer tun, aus der Sache wieder rauszukommen.“

Stefanie Zipfer

Nachfolger? Mitgliederschwund?

Als Nachfolger Poschs wird im Kreisverband derzeit Schriftführer Alfred Stelzer gehandelt. Der betonte zwar, dass er hoffe, nicht gefragt zu werden; gleichzeitig kündigte er aber an, mit seiner Familie darüber sprechen zu wollen. Dass tatsächlich, wie von Posch prophezeit, mit seinem Rückzug 20 Mitglieder aus der FDP austreten würden, halten alle Dachauer Verantwortlichen für unwahrscheinlich. Von Maximilian Neumann, Vorsitzender des Posch-treuen Ortsverbands Indersdorf, hieß es dazu nur: „Kein Kommentar!“

http://www.merkur-online.de/lokales/dachau/landkreis/hans-peter-posch-gibt-2928653.html

Posch wirft das Handtuch

Der wegen staatsanwaltlicher Ermittlungen in Bedrängnis geratene FDP-Kreisvorsitzende und Landtagskandidat legt mit sofortiger Wirkung alle Ämter nieder. Der Druck von außen wurde zu groß.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/dachau-posch-wirft-das-handtuch-1.1682638

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